Pflegekonzepte

Pflegekonzept Psychiatrie

Die Krankenpflege in der Psychiatrie wird in Form eines problemlösenden Beziehungsprozesses in der Organisationsform der Bezugspflege durchgeführt. Hierbei finden die Wechselwirkungen von somatisch/ hirnorganischen, psychischen, biographischen und sozialen Faktoren umfassende Berücksichtigung.

Psychiatrische Pflege zielt darauf ab, den Patienten während des Krankenhausaufenthaltes unter ganzheitlichem Ansatz in allen seinen Problembereichen zu unterstützen, erhaltene Kompetenz zu stabilisieren und verschüttete Ressourcen zu mobilisieren. Die Pflege arbeitet dabei professionell und eigenständig mit spezifischem Wissen und speziellen Methoden kooperativ mit allen anderen an der Behandlung beteiligten Berufsgruppen zusammen.

Im Beziehungsprozess der psychiatrischen Pflege soll der Patient so unterstützt werden, dass er befähigt wird:

  • den eigenen Körper wahrzunehmen und zu pflegen sowie Aktivitäten und Erfordernisse des täglichen Lebens selbständig zu organisieren bzw. auszuüben 
  • Beziehungen zu sich selbst, insbesondere zu eigenen Gefühlen und zu anderen Menschen zu entwickeln und zu pflegen 
  • den geschützten Krankenhausbereich als Lern- und Übungsfeld für soziale Beziehungen und soziale Regelungen des Zusammenlebens zu nutzen 
  • lebenspraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten wieder zu gewinnen, zu erhalten und zu erweitern, um sich möglichst selbständig versorgen zu können 
  • die Wirkung und Nebenwirkung von Arzneimitteln zu kontrollieren sowie eigenverantwortlich damit umzugehen. 

Diese grundsätzlichen Pflegeziele definieren die Anforderungen an die persönliche und fachliche Kompetenz der Pflegenden.

Pflegekonzept Geriatrie

Die Krankenpflege in der Geriatrie wird in Form der aktivierend-therapeutischen Pflege in der Organisationsform der Bereichspflege durchgeführt. Sie ist integraler Bestandteil des multiprofessionellen Teams aus Ärzten, Psychologen, Physio- und Ergotherapie, Logopädie sowie Sozialdienst. Hier wird nach mehrdimensionaler Standortbestimmung (geriatrisches Assessment) für jeden Patienten ein individueller ganzheitlicher Behandlungsplan entwickelt. Ziel ist, ein möglichst selbstbestimmtes und weitgehend selbstständiges Leben führen zu können. Dabei kommt es darauf an, dass unsere Patienten Kompetenzen entwickeln, um die veränderten Anforderungen im Alter und durch gesundheitliche Einschränkungen zu bewältigen. Es ist unser Anliegen, vieles von dem zu erreichen, was noch möglich ist und nichts von dem zu verlieren, was die Lebensqualität weiter beschneidet.

Die besondere Kompetenz der Pflegemitarbeiter in der Geriatrie umfasst u.a. das Wissen um:

  • den physiologischen Alterungsprozess 
  • die vielschichtigen Probleme bei Erkrankungen im Alter und Multimorbidität - dem gleichzeitigen Vorhandensein von mehreren Krankheiten 
  • das Geriatrische Assessment für eine individuelle Pflege und Behandlung 
  • die rehabilitative, aktivierende und therapeutische Pflege und die Förderung körperlicher Mobilität 
  • psychische und soziale Einflüsse bei der Entstehung und Bewältigung von Krankheit oder Einbußen im Alter 
  • orientierungsgebende Prophylaxen und den Umgang mit Verwirrtheit 
  • spezielle geriatrische Probleme, z.B. Immobilität, Ernährungsveränderungen, Sturz, Inkontinenz, Demenz, Schmerz, Depression und Angst 
  • Besonderheiten diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen bei älteren Menschen 
  • die Bedeutung einer strukturierten Entlassungs- und Nachsorgeplanung 
  • fächerübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit und Kooperation. 

Integrative Validation

Validation ist eine besondere Kommunikationsmethode im Umgang mit dementen sehr alten Menschen, die von der Amerikanerin Naomi Feil begründet und in Deutschland von Nicole Richard unter dem Begriff „integrative Validation” weiterentwickelt wurde. Validieren lässt sich mit "etwas für gültig erklären" übersetzen. Das subjektive Empfinden des alten dementen Patienten wird durch einfühlsame verbale und nonverbale Kommunikation der Pflegenden für "gültig erklärt". Ziel ist es, alte, demente Patienten trotz ihrer Verwirrtheitszustände das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl zu erhalten. Integrative Validation setzt ein prozess- und beziehungsorientiertes Pflegeverständnis voraus.

Basale Stimulation

Basale Stimulation ist ein pflegepädagogisches Förderkonzept. Es wird bei Patienten mit gestörter Fähigkeit zur Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation (Bewusstlose, Beatmete, Desorientierte etc.) eingesetzt. All diesen Menschen ist gemeinsam, dass sie Pflegende brauchen, die ihnen die Umwelt auf einfache Weise näher bringen, die ihnen Bewegung und Lageveränderungen ermöglichen und die sie auch ohne Sprache verstehen und professionell pflegen. Die Angebote knüpfen an bereits vorhandene oder bekannte Erfahrungen an und orientieren sich am Erleben, der Biografie und am "Lernpotenzial" des Patienten. Sie haben eine Bedeutung für den Patienten, sind einfach, verständlich und interessant, motivieren und aktivieren. Basale Stimulation setzt ein prozess- und beziehungsorientiertes Pflegeverständnis voraus.

Bobath

Das Bobath-Konzept ist ein empirisches Pflege- und Therapiekonzept für Patienten mit Lähmungen durch Krankheiten des zentralen Nervensystems. Entwickelt wurde es von der Physiotherapeutin Berta Bobath und dem Neurologen Dr. Karl Bobath. Das Konzept basiert auf der lebenslangen Fähigkeit des Nervensystems, sich Reizen durch Strukturänderungen anzupassen. So können gesunde Nervenregionen die zuvor von erkrankten Regionen ausgeführten Aufgaben neu lernen und übernehmen. Durch spezielle Art der Lagerungen, Stellungen und Bewegungen innerhalb und außerhalb des Bettes und der Anleitung in den Lebensaktivitäten wird diese Lernfähigkeit im Alltag des Betroffenen genutzt. Ziel ist es, unter intensiver Mitarbeit des Patienten, die Abhängigkeit von fremder Hilfe zu reduzieren bzw. zu vermeiden und die Selbstständigkeit in allen Lebensaktivitäten weitestgehend wiederherzustellen und zu erhalten.

Kinästhetik

Kinästhetik ist eines der wenigen Konzepte in der pflegerischen Arbeit, das sowohl der Gesundheit des Patienten als auch der Gesundheit des Pflegepersonals dient. Kinästhetik beschäftigt sich mit der Empfindung und dem Ablauf menschlicher Bewegung und wurde von Dr. Lenny Maietta und Dr. Frank Hatch begründet. Die Pflegekraft und der Patient handeln hier gemeinsam und aufeinander abgestimmt. Es steht nicht das Erlernen von Griffen im Vordergrund, sondern die eigene Bewegungskontrolle, analytische Interaktion und schonendes Bewegen anstelle von Heben und Tragen. Ziel ist es, die Wahrnehmungs-, Berührungs- und Bewegungsfähigkeiten der Patienten und Pflegekräfte zu verbessern. Kinästhetik setzt ein prozess- und beziehungsorientiertes Pflegeverständnis voraus.

Kontakt

Solvig Geyer

Frau Dipl.-Pflegewirt (FH) Solvig Geyer

Telefon
03763/43-2015

Telefax
03763/43-2510

E-Mail
pflegedienst(at)klinikum-glauchau.de