Pressemeldungen

26.06.2017

Über 100 neue Lebensretter ausgebildet

Beim diesjährigen Kooperationsprojekt `Reanimation macht Schule´ zwischen dem Rudolf Virchow Klinikum Glauchau und dem Georgius Agricola Gymnasiums am 19. Juni 2017 im Klinikum Glauchau waren 116 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe sieben anwesend. Angeregt von dem Projekt „Ein Leben retten“  der deutschen Fachgesellschaften für Anästhesiologie und Intensivmedizin, unterstützt vom Deutschen Gesundheitsministerium hatte das Klinikum Glauchau unter der Leitung von Herrn Oberarzt Gabor Nagy, Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin bereits das fünfte Jahr in Folge die Siebtklässler zum Reanimationskurs eingeladen. 

Bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand hängt das Leben des Betroffenen davon ab, wie schnell Erste-Hilfe-Maßnahmen durchgeführt werden. Mit dem Projekt `Reanimation macht Schule´ soll der enormen Bedeutung dieses Themas Rechnung getragen werden. Durch gezielte frühzeitige Aufklärung bei den Schülerinnen und Schülern soll die Angst und Unsicherheit genommen werden, beim Helfen etwas falsch zu machen. „Das Thema lässt sich sehr gut in den Lehrplan integrieren“, so Frau Andrea Rögner, Fachleiterin und Projektverantwortliche seitens des Gymnasiums. „Im Biologie-Unterricht haben die Schüler die Funktionsweise von Herz und Lunge kennengelernt, so dass das Reanimationstraining unter fachlicher Leitung des Klinikums unseren Unterricht praktisch unterstreicht.“ 

Die lebensrettende Devise lautet „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. Die Mund-zu-Mund-Beatmung, vor der sich viele ekeln, ist bei der Wiederbelebung zweitrangig: Mit einer Herz-Druck-Massage werden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt. „Wir wollen den Kindern die wichtigsten Handgriffe beim `Leben retten´ kurz und verständlich vermitteln. Je mehr Schüler wir aufklären können, umso besser“, so Herr Oberarzt Gabor Nagy. „Statistische Zahlen zur Ersten Hilfebereitschaft der Deutschen sind leider stark verbesserungswürdig.“
Laut Angaben der Initiatoren von „Ein Leben retten“ ist die Zahl der Fälle in Deutschland, in denen einfache, aber lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden, seit Einführung der Aktion zwar von 17 % auf 31 % angestiegen. Dennoch ist die Helferquote in Deutschland im internationalen Vergleich noch sehr gering.  

Untersuchungen haben gezeigt, dass 12 bis 13-jährige Kinder, dies entspricht der siebten Klasse, problemlos Erwachsene wiederbeleben können. Dieses Alter ist für eine erste Ausbildung insofern günstig, da sowohl die körperlichen Voraussetzungen für eine ausreichend kräftige Herz-Druck-Massage gegeben sind, als auch (noch) die Bereitschaft vorhanden ist, sich mit diesem Thema unbefangen auseinanderzusetzen. Es ist darum wichtig, Kindern und Jugendlichen schon in der Schule das Thema Reanimation näher zu bringen und sie frühzeitig als kompetente Ersthelfer auszubilden.  
„Es müssen die Hemmschwellen in der Bevölkerung vor der Ersten Hilfe abgebaut und die Wiederbelebungsrate in Deutschland gesteigert werden. Denn Reanimation ist einfach – Jeder kann ein Leben retten! Den größten Fehler den man begehen kann, ist Nichts zu unternehmen“, fasst Herr Oberarzt Nagy zusammen.

Information zum Projekt „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“:
Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Doch die Helferquote beim Herzstillstand im internationalen Vergleich ist alarmierend gering. Dabei sind die Maßnahmen zur Wiederbelebung eines Menschen einfach. Man kann nichts falsch machen. Jeder kann es.

Hier setzt das vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unterstützte Projekt unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ an. Ziel ist es, das Bewusstsein für lebensrettende Fähigkeiten jedes Einzelnen zu schärfen, Hemmschwellen abzubauen und über lebensentscheidende Sofortmaßnahmen zu informieren. Dabei steht die sich leicht zu merkende Botschaft der Reanimation im Vordergrund: „PRÜFEN. RUFEN. DRÜCKEN!“.

Das Projekt ist eine Initiative des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. in Kooperation mit dem German Resuscitation Council e. V. und der Stiftung Deutsche Anästhesiologie.

Weitere Informationen finden Sie unter  www.einlebenretten.de